Heinz von Hermann
 
 
Heinz von Hermann,
kam 1971 nach Berlin in die SFB BIG BAND und hat dort Eugen kennengelernt. Vorher war er beim Orchester Max Greger.

    Eugen war in Berlin zuerst beim RIAS Orchester.

    Rüdiger Piesker war damals die graue Eminenz im RIAS, er war Abteilungsleiter und auch für das RIAS Tanzorchester zuständig. Ich weiß, dass er auch Platten bzw. Aufnahmen mit Eugen gemacht hat, aber da kann ich nicht weiterhelfen.

    Eugen kam kurz vor mir zur SFB BIG BAND. Er war ein begnadeter Pianist. Er konnte alles sofort runterspielen, hatte eine unglaubliche Technik und eine Musikalität, bei der auch sein Humor nicht zu kurz kam. Das war faszinierend. Überdies war er ein sehr umgänglicher Mensch.

    Ich weiß von Friedrich Gulda wie schwer das ist, wenn man als Kind schon ein Wunderkind am Klavier ist. Das muss man dann später büßen.

    Die BIG BAND wurde 1981 aufgelöst. Wir haben uns zu verschiedensten Formationen zusammen gefunden. Unter anderem kam es dann auch zu der Aufnahme "BERLIN REUNION" im Jahr 1986.

    Da gab es einen Otto Schütt, der hatte aus seiner Familie Geld und bezahlte die Produktion. Er machte diese Kompositionen, ließ sie von Hans Rettenbacher arrangieren und Eugen und wir sollten das Ganze einspielen, damit er, der Otto Schütt, was zum vorzeigen hatte. Also reine Präsentation.

    Hans Rettenbacher kenne ich noch aus meinen Wiener Zeiten. Wir sind Musikfreunde seit 1956 und haben uns dann 1972 beim SFB wieder gefunden. Leider ist er 1988 an Krebs gestorben.

    Der Schlagzeuger DAI BOWEN ging, glaube ich 1973 an die Stuttgarter Oper und Eugen spielte dann auch recht oft mit Ronnie Stephenson.

    Eugen war immer ein bißchen für sich. Er hat wohl gewußt, dass er den großen Erfolg mit seinem Trio macht. An unseren diversen Jazzformationen hatte er kein allzu großes Interesse. Nicht dass er an Jazz kein Interesse hatte, aber er war natürlich hauptsächlich an seinem Trio interessiert, schon allein weil es ja seine Band war und eben auch in erster Linie seinen Erfolg begründete.

    Ein Pianist hat es in einer Bigband sowieso nicht leicht, er sitzt stundenlang am Klavier und hat eigentlich nichts oder kaum etwas zu spielen, muss aber dann irgendwann plötzlich was abliefern, was dann meistens solistisch und musikalisch recht wichtig ist.

    Ich habe mit Eugen sehr gerne gearbeitet, auch ausserhalb der Bigband, es war immer sehr angenehm und Eugen war eben ein sehr, sehr lieber Mensch und so war ich von seinem plötzlichen Tod doch recht betroffen.

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