Ruth Juon
 
 
Die Schweizer Sängerin Ruth Juon
lernte Eugen Cicero 1982 in Zürich kennen. Sie musizierten immer wieder zusammen bis zu Cicero's Tod 1997. Ihr Repertoire umfasste hauptsächlich Jazzstandards aus dem Great American Songbook, u. a. von George Gershwin, Cole Porter und Michel Legrand.

    Vielleicht gerade weil Eugen auf seinem Instrument so frei war und den Gesang über alles liebte, war er für mich als Sängerin ein so idealer Begleiter.

    Wenn er das Intro begann, hatte ich das Gefühl, als rolle er den roten Teppich für mich aus. Ich fühlte mich mit ihm absolut sicher. Er war immer da, hörte alles, inspirierte mich, nahm aber auch meine Ideen auf, die Inspiration hüpfte hin und her. Natürlich ging er in seinen Solos auf Abenteuer, und wie!, aber er kam immer rechtzeitig wieder zurück. Er hasste zuviel Vibrato. Noch heute höre ich ihn beim Singen zu mir sagen: "Nicht gleich vibrieren!" Er spielte auch mit mir und versuchte mich mit gewagten, unerwarteten Harmonien herein zu legen, was ihm selbstverständlich nie gelang!! Und er rettete mich auch. Hatte ich z. B. am Schluss einer Phrase einmal zu wenig Atem, beendete er den Melodiebogen, dass man glaubte, es hätte so sein müssen.

    Für mich war Eugen Cicero ein Genie, das mit seiner totalen Hingabe an die Musik, mit seinem Ideenreichtum und seinem Witz meine Gesangsmelodie aufs schönste umspielte und ergänzte. Ich vermisse ihn sehr, denn er war einfach absolut herrlich!
In den Jahren 1999 und 2001 veröffentlichte Ruth Juon 2 CD's.
  • "Pas de deux - In memoriam Eugen Cicero" Ruth Juon mit Eugen (Sopran und Piano)
  • "Ruth Juon sings Jazz" Ruth Juon mit dem Dennis Armitage Sextet, der hr Bigband des Hessischen Rundfunks und dem Eugen Cicero Trio.
  • Beide CD's sind erhältlich unter www.visionofparadise.ch siehe:

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