Dieter Reith
 
   
Dieter Reith,
hat Eugen Cicero schon sehr früh in Zürich kennengelernt. Eugen war da gerade mal 23 Jahre alt und versuchte mit Jobs in Hotelbands zu überleben. Dieter Reith ist auch Pianist, Organist, aber auch Komponist und Arrangeur und hat ebenfalls bei MPS Aufnahmen gemacht. Die letzte CD von Eugen Cicero "Easy Listening Lounge" hat Dieter Reith arrangiert und das Orchester dirigiert. 2005 erinnert er sich:

    Ich habe Eugen das erste Mal in den 60-er- Jahren im Restaurant und Jazz-Club "KINDLI" in Zürich gesehen und gehört und war begeistert, besonders von seiner Technik, die natürlich in erster Linie aus seinem klassischen Studium des Klavierspiels resultierte.

    Wir waren dann während seiner späteren Laufbahn immer mal wieder an verschiedenen Fernsehprojekten gemeinsam beteiligt. Dabei habe ich immer wieder feststellen müssen, dass "Genie" und "Wahnsinn" die beiden prägenden Phänomene Eugen's waren. Je älter er wurde um so mehr nahm das zweite leider Besitz von ihm.

    Ich erinnere mich an seine TV-Produktion mit Eddy Ahrend und einer amerikanischen Jazz- Sängerin:

    Da ging es um eine Geschichte mit fünf Pianisten. Vorgesehen waren Eugen Cicero, Horst Jankowski, Paul Kuhn, Max Greger jun. und ich. Die Geschichte erzählte, dass diese Sängerin für ihre TV-Show einen Pianisten suchte. Das "Casting" war in einem Drehbuch inszeniert und sollte in einem großen Finale enden und zwar so, dass eben alle fünf Pianisten genommen wurden. (What a story!!)

    Aber egal...Alle fünf hatten an jeweils einem Tag einen Studiotermin in Baden-Baden mit einer Rhythmusgruppe, die jeder selbst auswählen und engagieren durfte. Eugen hatte sich mit Joe Nay und Harry Rettenbacher angekündigt. An dem für Eugen geplanten Montag rief mich die Redakteurin völlig nervös in Stuttgart an und fragte: "Kannst Du heute schon mit Deinen Musikern kommen, der Eugen ist nicht da." Gott sei Dank konnte ich! Der Grund, warum Eugen nicht kam: Er war mit seinen Musikern nach Hannover gefahren, weil er dachte, der SWF würde sich dort befinden. So konnte er sein.

    Bei seiner letzten Produktion "EASY LISTENING LOUNGE", für die ich als Arrangeur und musikalischer Leiter zuständig war, gab es teilweise völlig verrückte Geschichten, die ich lieber für mich behalte.

    Fest stand, wenn Eugen gut drauf war spielte er uns zumindest technisch "alle an die Wand". Aber wohlgemerkt, ab einer gewissen Portion Genialität ist der Wahnsinn zwangsweise mit von der Partie und es liegt an dem jeweiligen Beteiligten selbst, die "Portionierung" der beiden Faktoren vernünftig vorzunehmen. Eugen fiel das manchmal schwer.
<< zurück zur Übersicht weiter >>