Götz Wendlandt
 
   
 
wir haben uns erst 2010 kennengelernt, bei der Foto-Ausstellung "John Lennon & The Beatles", die ich in Überlingen organisiert hatte. Er kam spontan an den Flügel und spielte einige schöne Beatles Songs. Wir kamen ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass er Eugen Cicero schon in den 60-er Jahren kannte. Völlig überrascht, dass wir nach so vielen Jahren noch einen Cicero Freund aus seiner Anfangszeit entdeckt hatten, kam es dann im April 2011 Interview.

Götz Wendlandt ist (wie Eugen) 1940 geboren und in Berlin aufgewachsen. Beim Hochschulstudium hat er Horst Jankowski kennengelernt. Er hatte schon recht früh Auftritte mit der damals noch völlig unbekannten Catarina Valente. Bei der berühmten "Schwarzwaldfahrt" von Horst Jankowski spielt er den Bass, das Instrument, das er auch gelernt hatte. Es folgten noch mindestens 12 LPs mit Horst. Heute spielt er vorwiegend Klavier, was er sich selbst beigebracht bzw. wie er sagt, von Horst und Eugen abgeguckt hat. Bereits Mitte 1960 begann er mit Fernsehauftritten in "Es spielt für Sie" und "Lustige Musikanten". Es folgten in verschiedenen Formationen für Radio und Fernsehen "Musik ist Trumpf" und sieben Jahre lang "Dalli - Dalli" mit Hans Rosenthal. Er hat die Titelmelodie von SWR "Fröhlicher Feierabend" komponiert und getextet. Er spielte auf allen amerikanischen Stützpunkten von Marokko bis Amsterdam und tourte mit Horst Jankowski in Russland, und kam mit ihm schließlich nach Stuttgart, wo er heute noch lebt. Er ist immer noch ein viel gefragte Musiker, der mit verschiedenen Formationen bei Galas und regelmäßig beim Landespresse-Ball auftritt.

    Eugen lebte voll und ganz in seiner Musik. Er kam aus frisch nach Stuttgart. Rumänien war damals, vermutlich heute noch, ein armes Land und Eugen war ziemlich abgebrannt. Ich hatte gerade eine große Wohnung und so war es kein Problem, dass Eugen bei mir wohnen konnte. Eugen hat in seiner Heimat sehr unter Druck gestanden und sah für sich musikalisch keine Zukunft dort. Er hatte aber viel Heimweh. Wir haben viel in Jazz-Kellern gespielt, auch im "Atlantik". Ich glaube es war im "Chez Nous", wo er Peter Witte kennengelernt hat. Der hat ihn dann zu MPS mitgenommen, wo sie mit Charly Antolini (der damals, wie Witte, bei Erwin Lehn war) die tollen Platten aufgenommen haben.

    Eugen ging dann nach Berlin und unsere Wege haben sich getrennt. Natürlich haben wir uns immer wieder gefreut, wenn wir uns bei Auftritten gesehen haben.

    So erinnere ich mich gerne an unsere Begegnungen im "Perkins Park" in Stuttgart. Die Veranstaltung hieß "Zu Gast bei Horst Jankowski". Da war Eugen immer dabei gewesen, er setzte sich ans Klavier und egal ob solo oder mit der Band, er konnte einfach alles spielen und so wunderbar. Es war herrlich.

    Was mich immer wieder beeindruckt hat, war, wenn er mit Horst an zwei Flügeln spielte. Da erinnere mich an einen Auftritt im Inselhotel in Konstanz, da hat Horst mit seinem Sextett gespielt und ich hatte die Conference gemacht und in den Pausen am Flügel gespielt. Eugen kam spontan von Zürich angefahren und spielte dann im Duo mit Horst an zwei Flügeln. Ich stand mit Udo Jürgens in der Türe und wir staunten nur noch.

    Udo sagte, so was habe er noch nie gehört. Eugen hat dann bei "Sunny" den Udo Song "17 Jahr blondes Haar" eingebaut. Da war er einmalig !

    Schade, dass er so früh sterben musste.
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