Ria Wigt
 
  Ria Wigt (Mitte) & Wim Wigt (Rechts)  
Ria Wigt,
ist mit Wim Wigt Inhaberin des renommierten holländischen Jazz Labels Timeless Records. Im August 2002 hat sie sich an ihre Projekte mit Eugen erinnert:

    Es war in den 80-er Jahren als es um Eugen ziemlich still geworden war. Wir hatten endlich seine Adresse bekommen und besuchten ihn in Zürich. Er war anfangs mißtrauisch und nicht sehr interessiert. Doch als wir sagten, dass wie ihn auf dem japanischen Markt bekannt machen wollen, bekam er leuchtende Augen.

    Unser Partner in Japan war der bekannte Jazz Promoter MAKOTO KIMATA. Er liebte Eugen.

    Wir telefonierten mit Eugen ein paar mal hin und her und einigten uns dann auf einen Aufnahmetermin. Wir haben ihm Sidemen vorgeschlagen, die er zuerst nicht kannte, dann aber sehr gut fand.

    Wir produzierten zuerst SPRING SONG im November 1983. Der Verkauf lief ganz gut und wir gingen mit ihm auf Tournee nach Japan. Wir waren sehr überrascht: Die CD verkaufte sich gut und die Konzerte waren gut besucht. Eugen freute sich sehr und wir spürten, dass er wieder richtig in Form kam und sein Leben wieder eine Richtung hatte.

    Für mich ist SPRING SONG die schönste Aufnahme von Eugen überhaupt. JOHN CLAYTON war für ihn als Bassist aus der Klassik ideal. Er ist heute in den USA einer der erfolgreichsten Arrangeure. Der Beat von BILLY HIGGINS fand ich unglaublich und verschmolz sich immer mit dem Rhythmus, den Eugen vorgab. Leider hatten sie nie live gespielt.

    Im März 1985 produzierten wir dann JAZZ BACH. Die früheren Sidemen waren nicht verfügbar. Er wollte noch Garcia Morales dazu haben, was für uns kein Problem war. Am Baß organisierten wir Henk Haverhoek. Er ging mit ihm auch nach Japan und sie hatten viel Spaß zusammen. Die Aufnahme war etwas Besonderes, weil ein Stück von Bach eine Uraufführung war. Niemand kannte das Stück bis dahin.

    Im Juni 1987 produzierten wir dann ROKOKO JAZZ II. Ich glaube, dass Morales keine Zeit hatte, deshalb haben wir John Engels am Schlagzeug genommen.

    Wir haben das Cover und die Titel der Aufnahme mit Eugen abgesprochen und er war immer gleich einverstanden. Er interessierte sich nur für die Musik. Für uns war es nicht immer einfach mit ihm, aber das ist bei genialen Menschen so. Eugen war wirklich ein Genie. Er konnte alles spielen, was man nur kurz vorsang oder ihm vorlegte.

    Eugen war inzwischen Professor geworden, ich glaube an der Hochschule in Trossingen. Er war sehr stolz darauf.

    Unsere Beziehung war dann nicht mehr so wichtig für ihn. Eugen hatte eine Freundin, Frau Angelika Maier, welche sich dann mehr um ihn bemüht hat, nachdem er durch uns wieder "Boden gewonnen" hatte. Sie wollte dann alles alleine machen und sagte sogar dem japanischen Producer, er solle nicht mehr mit uns verhandeln. Wir haben uns dann nicht aufgedrängt, wenn wir auch diese Entwicklung etwas unglücklich für Eugen empfanden. Für uns gilt immer: Der Artist hat das letzte Wort.

    Wir hatten die 3 Aufnahmen auf dem Markt und das war ja auch ganz gut. Wir sind immer noch froh, Eugen wieder auf den Markt geholfen zuhaben.

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